Unterschied zwischen Belegreifheizen und Funktionsheizen des Estriches.

Ích werde immer wieder nach dem Unterschied beider Varianten gefragt und

 

möchte hier einmal die Gelegenheit nutzen, um dieses Fachgerecht zu beantworten. 

 Als erstes erkäre ich das Funktionsheizen:

Jeder Estrich enthält zum Zeitpunkt des Einbaus eine von der Art und Güte abhängige Menge Wasser. Ein Teil davon wird von der Oberseite in den darauffolgenden Tagen und Wochen an die Raumluft abgegeben. Dennoch verbleibt eine Restfeuchte, die bei unbeheizten Estrichen, bei der Aufbringung der Bodenbeläge nicht weiter stört und die Gesamtkonstruktion nicht negativ beeinflusst.

Völlig anders verhalten sich fußbodenbeheizte Flächen. Mit der Aufbringung des Bodenbelages wird der Weg für entweichende Feuchtigkeit versperrt. Durch die Inbetriebnahme der Heizung kommt es zu einer Verschiebung der bislang gleichmäßig verteilten Restfeuchte.

Unten im Bereich der Heizrohre ist die Restfeuchte gering, während sich oben unter dem Bodenbelag die Feuchte konzentriert. Dies bewirkt eine mehr oder weniger große Verkrümmung der Estrichfläche, verbunden mit einer Anhebung in Raummitte und einer Absenkung der Ränder, besonders aber der Raumecken. Aus den genannten Gründen ist es erforderlich, den Estrich vor Aufbringung des Bodenbelages trockenzuheizen.

Das Funktionsheizen ist ein Bestandteil der VOB, bzw. DIN EN 1264 Teil 4. Es soll bei Zementestrichen frühstens nach 21 Tagen, bei Anhydritestrichen frühstens nach 7 Tagen bzw. nach Angaben des Anhydritherstellers erfolgen. Das erste Aufheizen beginnt mit einer Vorlauftemperatur von 25°C, die 3 Tage zu halten ist. Danach wird die maximale Auslegungsvorlauftemperatur eingestellt und weitere 4 Tage gehalten.

Ueber das Funktionsheizen und die Druckprüfung ist vom Heizungsbauer ein Protokoll zu erstellen, um so dem Bauherren eine Übersicht geben zu können.

 

Anschließend erfolgt das Belegreifheizen:

Das Belegreifheizen soll i.d.R. direkt im Anschluß an das Funktionsheizen durchgeführt werden. Die Heizung soll dabei nicht abgschaltet bzw. die Vorlauftemperaturen nicht abgesenkt werden. Der Zementestrich ist nach dem Funktionsheizen mindestens 28 Tage, der Calciumsulfatestrich mindestens 14 Tage alt. Im Allgemeinen ist eine Zeitspanne von 14 Tagen einzurechnen. Die Belegreife kann nur über eine Messung der Restfeuchte dokumentiert werden.

 

Fazit

Die wenigsten Bauherren lassen sich auf dieses Maßnahme ein, da die Zeit für die Trocknung nicht mehr gegeben ist. Nur sollte beachtet werden, das so weder den Bauherren noch den nachfolgenden Firmen (z.B. Parkettleger, Fliesenleger, Teppichleger...) damit eine nach DIN fachgerechte Arbeit möglich ist. Gerade bei Feuchtigkeit im Estrich und einer nachfolgenden Versiegelung der Oberfläche entstehen sowohl Probleme bei den unterschiedlichen Komponenten als auch bei der Gesundheit der Bewohner. 

Daher mein Rat.....

Immer die nötige Zeit abwarten und die Physik (Entfeuchtung,Verdampfung) ihre Arbeit machen lassen. Es hat an dieser Stelle keinen Sinn unbedingt den Boden zu belegen, nur um Fertig zu werden.

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